Football-Wetten in Deutschland – vom Spielplan bis zur Whitelist

Updated Oktober 2026
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Stand: 29. Oktober 2026. Die Erlaubnisangaben der Anbieter wurden gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder abgeglichen.

Ein American-Football-Feld mit weißen Yardlinien im Flutlicht, von einer hohen Tribüne aus gesehen, die Ränge leer, Zahlen nicht erkennbar.
Die NFL umfasst 32 Teams in den Conferences AFC und NFC; jedes Team bestreitet 17 Hauptrundenspiele in 18 Wochen mit einem spielfreien Wochenende (Bye).

Football ist die Sportart, bei der ein deutscher Wettkunde am wenigsten aus dem Bauch heraus entscheiden kann. Das liegt nicht an der Taktik. Es liegt daran, dass die Spiele nachts laufen, dass ein Spielzug vierzehn Sekunden dauert und dreißig Sekunden Pause kostet, und dass die Quoten auf ein Ereignis gesetzt werden, von dem viele hierzulande zum ersten Mal hören, wenn ein Bekannter am Montag vom Ergebnis erzählt. Wer auf American Football wetten will, muss zuerst zwei Dinge sortieren: wo das erlaubt ist und was auf dem Wettschein eigentlich passiert.

Was Football ist, bevor eine Quote daraus wird

Ein Footballspiel hat vier Viertel zu je 15 Minuten Nettospielzeit. Diese Zahl ist die wichtigste auf der Seite, weil sie erklärt, warum eine Übertragung drei Stunden dauert: Die Uhr steht, sobald ein Pass unvollständig bleibt oder ein Spieler ins Aus läuft, und sie steht sehr oft. In der High School und im europäischen Amateurbereich sind es vier Viertel zu je 12 Minuten. Wer zum ersten Mal einen Livewettmarkt auf ein laufendes Spiel öffnet, sieht deshalb ein Tempo, das mit dem Fußball nichts gemeinsam hat.

Ein leerer Papierwettschein, ein Kugelschreiber und ein Taschenrechner liegen auf einem Holztisch, warmes Licht einer Schreibtischlampe.
Die GGL warnte am 17. September 2026 ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten.

Elf Spieler stehen pro Mannschaft auf dem Feld, und die Offense hat vier Versuche – Downs –, um mindestens zehn Yards Raumgewinn zu schaffen. Schafft sie es nicht, wechselt der Ballbesitz an der Stelle, an der der vierte Versuch endete. Aus dieser einen Regel folgt fast alles, was Footballwetten interessant macht: Ein Team, das bei viertem Versuch und einem Yard zur Mittellinie steht, entscheidet zwischen Punt und Weiterspielen, und diese Entscheidung ist der Punkt, an dem ein Spiel kippt.

Das Spielfeld ist 120 Yards lang und etwa 53 Yards breit, also 109,73 auf 48,46 Meter. Gespielt werden auf den inneren 100 Yards, dazu kommen zwei Endzonen mit je zehn Yards. Die Zahl 120 steht auf jedem Footballfeld, das jemand als Kulisse kennt; die 100 sind die, auf die sich Raumgewinne beziehen.

Punkte, aus denen sich jede Linie herleitet

Ein Touchdown zählt 6 Punkte, der Extrapunkt danach 1, die Two-Point-Conversion 2, ein Field Goal 3 und eine Safety 2 Punkte. Diese fünf Zahlen sind das ganze Scoring. Sie sind auch der Grund, warum Punktewetten im Football anders funktionieren als in jeder Sportart mit Toren: Die kleinste Einheit, mit der ein Team sein Ergebnis verbessern kann, ist ein Punkt, und jede Summe am Ende eines Spiels lässt sich aus diesen Bausteinen zusammensetzen.

Für den Wettschein hat das eine unmittelbare Folge. Ein Field Goal ist drei Punkte, ein Touchdown mit Extrapunkt sieben. Wer auf eine Punktedifferenz wettet, wettet auf Kombinationen dieser Bausteine, nicht auf ein einzelnes Tor. Wer auf die Gesamtpunkte wettet, wettet auf dieselben Bausteine addiert. Und weil eine Mannschaft ohne großen Aufwand zwischen einem Punkt und zwei Punkten nach dem Touchdown wählen kann, hängt das Ergebnis einer Über/Unter-Wette manchmal an einer Entscheidung, die im vierten Viertel niemand mehr als spielentscheidend wahrnimmt.

Die Liga, in der diese Regeln zur Quote werden

Die National Football League umfasst 32 Teams in den Conferences AFC und NFC, je vier Divisionen mit je vier Teams. Jedes Team bestreitet 17 Hauptrundenspiele in 18 Wochen, mit einem spielfreien Wochenende – der Bye Week. Die Playoffs nehmen 14 Teams auf, sieben pro Conference: die vier Divisionssieger und drei Wildcard-Teams.

Der Super Bowl wird am zweiten Sonntag im Februar ausgetragen, die erste Auflage fand im Januar 1967 statt. Den Super Bowl LX gewannen die Seattle Seahawks mit 29:13 gegen die New England Patriots. Für einen Wettkunden ist der Termin im Februar die greifbarste Marke des Jahres: Er markiert das Ende der Saison und damit den Punkt, an dem die Märkte auf ein einzelnes Spiel über Wochen so groß werden, dass sie ein eigenes Ökosystem bilden.

Ein Detail, das die Märkte in den Playoffs verschiebt, steht in den Verlängerungsregeln. Eine NFL-Verlängerung dauert zehn Minuten; seit der Saison 2025 gilt das Sudden-Death-Prinzip nicht mehr, bei dem ein Touchdown des zuerst angreifenden Teams sofort entschied. In den Playoffs dauert jede Verlängerung 15 Minuten und wird bis zur Entscheidung gespielt. Wer eine Wette auf den Endstand platziert, sollte wissen, dass eine Overtime das Ergebnis um bis zu zwei weitere Ballbesitze verlängern kann – bei Punktwetten auf die Differenz ist das der Unterschied zwischen einem Treffer und einem Fehlschlag.

Im College Football liegt die Sache anders. Dort hat in der Verlängerung jedes Team einen Drive, der an der gegnerischen 25-Yards-Linie beginnt, und ab der dritten Overtime ist ein Extrapunkt nicht mehr zulässig – stattdessen muss eine Two-Point-Conversion gespielt werden. Der College-Football spielt mit eigenen Regeln, eigenen Teams und eigenen Quoten. Wer beide Ligen auf denselben Wettschein legt, kombiniert zwei Regelwerke, die sich im entscheidenden Moment unterscheiden.

Was Footballwetten in Deutschland erlaubt – und was daran sofort spürbar wird

Sportwetten im Internet sind in Deutschland erlaubnispflichtig. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit Sitz in Halle (Saale) erteilt auf Grundlage des GlüStV 2021, in Kraft seit dem 1. Juli 2021, die bundesweite Erlaubnis für das Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten im Internet. Das gilt für eine Wette auf den Super Bowl genauso wie für eine Wette auf ein Mittwochsspiel der College-Saison. Die Staatsgrenze spielt bei der Erlaubnis eine Rolle, nicht beim ausgetragenen Spiel.

Der einzige verbindliche Test ist die offizielle Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Der Stand vom 2. Oktober 2026 führt 30 Einträge: 27 Veranstalter mit Sportwetten-Erlaubnis, davon zwei zusätzlich mit Pferdewetten, und drei Veranstalter ausschließlich für Pferdewetten. Jede dort gelistete Domain ist eine .de-Domain – aber eine .de-Domain allein beweist nichts. Eine erste Erlaubnis läuft fünf Jahre nach § 4c Abs. 1; die Whitelist nennt nur Erteilungsdaten und nie ein Enddatum. Und nur die unter der Sporterlaubnis geführte Domain nimmt Sportwetten an: Die Slots-, Poker- oder Casino-Erlaubnis desselben Halters ist eine andere Erlaubnis mit anderen Regeln.

Was gewettet werden darf, und wo die Grenze schnell auftaucht

Erlaubt sind Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Ereignisse innerhalb des Geschehens, als Einzel- oder Kombiwette (§ 21 Abs. 1) – und nur Wettarten, die die GGL zugelassen hat (Sportwettprogramm, § 21 Abs. 5).

Die Livewette ist der Punkt, an dem Football-Fans am häufigsten anstoßen. Während eines laufenden Ereignisses sind nur Wetten auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente in Sportarten zulässig, in denen solche Ereignisse selten sind (§ 21 Abs. 4). Nächstes Tor im Fußball: ja. Nächster Satz im Tennis: ja. Nächster Punkt im Tennis oder der nächste Korb im Basketball: nein. Beim Football ist der nächste Punktgewinn kein seltenes Ereignis, deshalb fehlen die engmaschigen Live-Märkte, die eine US-Übertragung einblendet, bei einem legalen deutschen Anbieter. Wer das nicht weiß, hält das Angebot für dünn. Es ist nicht dünn, es ist beschränkt.

Nicht zulässig sind Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren – die GGL behandelt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich –, manipulationsträchtige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Ahndung (§ 21 Abs. 1a). Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht möglich. E-Sport: Die GGL stellt fest, dass Wetten auf E-Sport nicht möglich sind, weil E-Sport nicht als Sport anerkannt ist; ein erlaubtes E-Sport-Wetten gibt es in Deutschland nicht. Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Ein gesetzliches Höchstlimit pro Wette existiert im Sportwettenbereich nicht.

Was ein Footballspiel kostet, gerechnet an der Quote

Die Quote ist keine Meinung über ein Spiel, sie ist ein Preis mit einer Rechnung darin. Nehmen wir ein illustratives Zwei-Wege-Ereignis, also ein Beispiel und keine zitierte Quote, mit 1,90 auf beiden Seiten. Dann ist der Quotenschlüssel dieser einen Einschätzung 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90), was 0,9026 entspricht, also 90,26 %. Die Marge des Anbieters ist der Rest: 100 % minus diesen Wert, also 9,74 %.

9,74 % – das ist der Anteil, den der Veranstalter von jedem Einsatz auf diesem Markt für sich behält, wenn beide Seiten gleich hoch bewettet sind. Er gewinnt nichts dazu, er nimmt es aus der Gesamtsumme, die die Kunden auf diesen Markt legen. Ein Leser, der wissen will, was eine Über/Unter-Wette auf die Gesamtpunkte kostet, findet hier die Antwort: Die Marge steckt schon in beiden Quoten, man muss sie nicht bezahlen, man bekommt sie nie ausgezahlt.

Wer eine Wette platzieren will, sollte die Rechnung in die andere Richtung lesen. Der mögliche Gewinn ist Einsatz mal Quote, der Nettogewinn Einsatz mal Quote minus eins. Bei 1,90 und 20 € Einsatz sind das 38 € zurück und 18 € Gewinn. Bei 2,10 sind es 42 € zurück und 22 € Gewinn. Der Unterschied zwischen diesen beiden Quoten sind vier Euro auf denselben Einsatz – in einem Markt mit 9,74 % Marge kein Detail, sondern der halbe Ertrag einer Woche.

Wenn die Quote um zehn Punkte steigt

Die folgende Tabelle zeigt, was aus demselben illustrativen Zwei-Wege-Markt wird, wenn sich das Preisniveau verschiebt. Sie ist ein Beispiel und kein Preis eines Anbieters; die archetypischen Werte – 1,90 und 2,10 – sind gerundet und nicht zitiert.

Quotenpaar (Links – Rechts) Auszahlungsquote Marge
1,90 – 1,90 k. A. k. A.
1,95 – 1,95 k. A. k. A.
2,10 – 2,10 k. A. k. A.

Die dritte Zeile ist der Grund, warum Buchmacher selten beide Seiten gleich hoch stellen. Ein Paar aus zwei 2,10-Quoten zahlt mehr aus, als alle Einsätze zusammen einbringen. Sie ist auch der Grund, warum kein Anbieter, der auf Dauer bestehen will, ein solches Paar über Wochen anbietet: Bei gleichem Umsatz auf beiden Seiten ist das Verlustgeschäft garantiert, nicht wahrscheinlich. Die 2,10 auf beiden Seiten existiert nicht als Marktzustand. Sie existiert als Moment, in dem eine Seite noch nicht nachjustiert wurde – und genau diesen Moment nutzen die, die Quoten vergleichen.

Die 9,74 % aus dem Beispiel stehen übrigens für einen Markt, in dem der Veranstalter auf einen bestimmten Ausgang wartet. Bei einem Markt, in dem er auf beide Seiten gleich viel Geld hält, verdient er die Marge sicher. Eine Marge von 5 % ist also nicht dasselbe wie eine Marge von 9,74 %: Die eine beschreibt den Normalfall eines ausbalancierten Marktes, die andere den Preis, den ein Anbieter auf einen Markt setzt, von dem er noch nicht weiß, wie er ihn einschätzen soll. Wer Football wetten will, findet die kleinen Margen in den großen Märkten auf die großen Spiele und die großen Margen in den exotischen Märkten wie der Anzahl der Sacks. Das ist keine Abzocke, das ist Einschätzungsschwierigkeit – und es ist der Teil, an dem der Anbieter mitverdient, egal wie das Spiel ausgeht.

Was Football anders macht als Fußball: die Märkte

Wer aus dem Fußball kommt, sucht zuerst 1X2. Im Football gibt es kein X. Ein Spiel kann nicht unentschieden enden, weil die Liga es nicht zulässt: Steht es nach 60 Minuten gleich, wird verlängert. Der klassische Drei-Wege-Markt fällt damit weg und wird durch einen Zwei-Wege-Markt ersetzt – Sieger des Spiels nach Verlängerung. Das klingt wie eine Kleinigkeit. Es ist der Grund, warum die Quoten auf Football regelmäßig ein anderes Niveau haben als die auf ein Fußballspiel: Zwei Ausgänge statt drei verteilen das Risiko des Veranstalters auf weniger Buchungen.

Die zweite Abweichung ist das Handicap. Football wird selten ohne Punktvorgabe gehandelt, weil die Mannschaften in einem Spiel mit 30 Punkten Unterschied auseinanderliegen können. Das Handicap in Punkten – ein Team bekommt 3,5 Punkte Vorgabe, das andere muss mehr gewinnen als diese Zahl – ist der Standardmarkt. Die halben Punkte machen den Push unmöglich: Bei einem Handicap von 3,5 kann das Ergebnis nicht genau auf der Linie liegen.

Wer das Scoring kennt, kann das Handicap lesen. Ein Touchdown mit Extrapunkt sind sieben Punkte, ein Field Goal drei. Handicaps von 3 und 7 sind deshalb die natürlichen Linien, und ein Anbieter, der auf 3 kompromisslos setzt, weiß, dass er bei einer Field-Goal-Entscheidung einen Push hat. Angebotene Linien wie 2,5 oder 3,5 erzählen deshalb von einem Versuch, den Push auszuschließen.

Die dritte Abweichung ist die Zahl, die im Fußball niemanden interessiert: die Gesamtpunkte. Über/Unter-Wetten auf die Summe beider Teams gelten im Football als einer der liquidesten Märkte überhaupt, weil die Punkte in kleinen, kalkulierbaren Schritten fallen. Nur wenige Sportarten produzieren so viele Zahlen pro Spiel, aus denen sich Modellrechnungen bauen lassen. Und weil die Punkte klein sind, ist die Bestenbildung mit weniger Rauschen belastet als in einem Spiel, das durch ein Tor entschieden wird.

Wann ein Wettschein in eine Kombination mündet und was das tut

Eine Einzelwette steht für sich. Eine Kombiwette verbindet mehrere Ausgänge, und der Gewinn fällt nur an, wenn alle eintreten. Eine Systemwette erlaubt, mit einer festgelegten Zahl von Treffern zu gewinnen, was die Wette verbilligt, aber auch absichert. Das sind die drei Formen, die nach § 21 Abs. 1 GlüStV für Festquotenwetten zulässig sind.

Was ein Football-Fan dabei am häufigsten unterschätzt: Kombinationen skalieren den Fehler. Vier Spiele zu je 70 % Trefferwahrscheinlichkeit ergeben zusammen 24 % – die Quoten multiplizieren sich, das Risiko aber auch. Das ist keine Theorie, das ist die Struktur dieses Wettscheins. Wer die Kombination als Sparform begreift, hat den Teil des Marktes verstanden, den Anbieter am liebsten verkaufen.

Cash Out ist der Gegensatz dazu: Wer eine laufende Wette vorzeitig auszahlen lässt, tauscht die Chance auf den vollen Gewinn gegen einen sicheren, kleineren Betrag. Eine gesetzliche oder behördliche Regelung für Cash Out existiert nicht; es ist ein Merkmal des jeweiligen Anbieters und steht nur in dessen eigenen Bedingungen. Zu wissen, dass es keine Vorschrift gibt, ist bei Football besonders nützlich: In der Overtime eines Spiels kann Cash Out mehr wert sein als jede Analyse, weil es den Ballbesitz-Faktor vollständig aus der Wette herausnimmt.

Prognosen, Wett-Tipps und das, was daran nicht funktioniert

Beim Football gibt es im Vergleich zu Fußball eine Besonderheit: Der Markt ist auf wenige Spiele konzentriert, und die Informationen über jedes davon sind relativ breit verfügbar. Ein Team spielt 17 Spiele in 18 Wochen, alle Mannschaften sind auf demselben Stand der Datenverfügbarkeit, und die Modelle sind in den USA seit Jahren ein eigener Wirtschaftszweig.

Genau deshalb ist der Vorsprung, den ein einzelner deutscher Wettkunde aus eigener Recherche ziehen kann, kleiner als er aussieht. Die Informationen, die in eine Footballprognose einfließen – Form, Verletzungsmeldungen, Quotenvergleich –, sind genau die Informationen, mit denen der Anbieter selbst seine Linien aufstellt. Eine Formanalyse sagt einem, dass ein Team gut spielt; sie sagt einem nicht, dass der Markt das nicht schon eingepreist hat.

Was daraus folgt: Eine Footballwette ist immer eine Wette darauf, dass eine Meinung falsch ist, nicht darauf, dass ein Team gut ist. Wer das erkennt, wettet weniger und liest mehr.

Was in eine Footballprognose gehört – und was nicht

Form. Nicht Siege, sondern der Ballbesitz und der Raumgewinn pro Spielzug. Ein Team, das 31 Punkte kassiert hat, war vielleicht in Rückstand und musste werfen; ein Team, das 31 Punkte gemacht hat, hat vielleicht die ganze zweite Halbzeit nur die Uhr laufen lassen. Die Punktzahl erzählt, was passiert ist, nicht wie gut eine Mannschaft ist.

Verletzungsmeldungen. In Football ist der Ausfall der Position in der Mitte schwerer zu ersetzen als in jedem anderen Mannschaftssport. Ein fehlender Quarterback oder ein fehlender Left Tackle verändert die Linie mehr als der Ausfall eines Stürmers in einer Fußballmannschaft. Wichtiger ist nicht die Anzahl der Ausfälle, sondern die Achse, die sie trifft.

Quotenvergleich. Die Marge eines Marktes ist nicht überall gleich. Ein Vergleich auf demselben Ereignis zeigt, ob ein Preis über dem Marktmittel liegt oder darunter. Der wahrscheinlichste Gewinn liegt nicht in der Reihenfolge der Quoten, sondern in der Differenz zur eigenen Einschätzung.

Was nicht in eine Prognose gehört: die absolute Zahl der Siege, die Tabelle, die Heimstärke als Selbstverständlichkeit. Ein NFL-Team spielt acht oder neun Heimspiele, das ist zu wenig, um ein Heimvorteil-Muster statistisch zu begründen. Wer aus einem 5:0-Saisonstart eine Linie ableitet, wettet auf die Erzählung, nicht auf das Modell.

Sportereignisse, Turniere und die Zeitfenster, in denen es etwas zu wetten gibt

Der NFL-Kalender bestimmt, wann überhaupt etwas angeboten wird. Die Hauptrunde läuft von September bis Anfang Januar, die Playoffs von Januar bis Anfang Februar, der Super Bowl steht am zweiten Sonntag im Februar. Dazwischen liegt die große Pause: Von Mitte Februar bis Ende August findet kein NFL-Spiel statt, also existiert auch kein NFL-Wettmarkt. Ein Anbieter, der im Juli mit NFL-Wetten wirbt, wirbt mit einer Liga, die nicht spielt.

Auf der anderen Seite liegt die Draft im Frühjahr, die für die Quoten auf die nächste Saison eine Rolle spielt, aber nicht selbst gewettet wird. Das College-Football-Programm hat einen anderen Rhythmus: Es beginnt früher, endet später und füllt die Lücken, die die NFL reißt. Wer das ganze Jahr Football wetten will, findet die Spiele fast immer irgendwo – nur nicht auf der höchsten Ebene.

Der Weg durch die Saison

Vor jedem Spiel steht eine Woche Vorbereitung – in Football ist das die Zeit, in der die Linien veröffentlicht werden und sich danach kaum noch bewegen. Das ist anders als im Fußball, wo die Quoten bis zum Anpfiff wandern. Wer eine Footballwette platzieren will, beobachtet nicht die letzten Minuten vor dem Kickoff, sondern die ersten Stunden nach Veröffentlichung der Linien. Dort liegt die Differenz zwischen dem, was der Markt denkt, und dem, was er vorher gedacht hat.

Die Livewette ist der einzige Punkt, an dem während eines Spiels überhaupt etwas passiert. Nach § 21 Abs. 4 GlüStV ist der Spielraum dabei eng: In einer laufenden Begegnung sind nur das Endergebnis oder das nächste seltene Ereignis erlaubt. Im Football fallen darunter einige wenige Anlässe, aber nicht die taktischen Märkte, die das amerikanische Publikum kennt. Wer auf ein Footballspiel live mit dem engen Zeitfenster konfrontiert ist, entscheidet vorher, nicht nach dem ersten Ballverlust. Ein Panikklick im vierten Viertel ist keine Strategie.

Sportwetten-Steuer und Auszahlung: was vom Gewinn übrig bleibt

Die Sportwettensteuer ist in den §§ 16–25 RennwLottG geregelt. Bemessungsgrundlage sind 5,3 % des Betrags „Einsatz, vermindert um die Steuer selbst“ (§§ 17, 18), was bezogen auf den eingezahlten Betrag rund 5,03 % entspricht (5,3 ÷ 105,3). Schuldner ist der Veranstalter der Wette, nicht der Wettende (§ 19). „5,3 % auf den Einsatz abzüglich der Steuer (rund 5 % des eingezahlten Betrags)“ ist die korrekte Berechnung der Sportwettensteuer. Ob und in welcher Form die Steuer an den Kunden weitergegeben wird, entscheidet der Veranstalter – bei einem namentlich genannten Anbieter also nur nach dessen eigenen Bedingungen.

Die Steuer greift auch bei nicht erlaubten Anbietern. Eine gezahlte Steuer ist kein Beweis für eine Erlaubnis, und ein Anbieter mit Sitz auf Malta darf in Deutschland nicht deshalb auftreten, weil er eine Malta-Erlaubnis besitzt. Curaçao, Anjouan oder Malta haben für eine deutsche Erlaubnis keine Bedeutung.

Auszahlungen erfolgen nur nach dem offiziellen Ende des Ereignisses. Was ein Gewinn für private Wettende steuerlich bedeutet, ist auf der Ebene der Steuergesetze nicht abschließend belegt; dafür ist die Auskunft eines Steuerberaters die richtige Adresse. Der Kunde schuldet die Steuer nicht – er zahlt sie, wenn überhaupt, als Teil des Preises.

Was ein Bonus wert ist – und wann er anfängt, Geld zu kosten

Die häufigste Zahl in der Werbung ist die größte, die ein Anbieter nennen darf. Die zweite häufigste ist die, über die niemand spricht: die Zahl der Male, die der Betrag umgesetzt werden muss, bevor der Bonus zu Geld wird. Wer ein Bonusangebot auf Football prüft, liest zuerst die Umsatzbedingungen, dann die Mindestquote, dann die Frist.

Der GlüStV setzt für Sportwettenbonusse keine Obergrenze. Höhe, Umsatz, Mindestquote und Frist stehen ausschließlich in den Bedingungen des jeweiligen Anbieters. Was das für den Vergleich bedeutet: Zwei Anbieter können dieselbe Zahl im Werbebanner stehen haben und völlig unterschiedliche Angebote verkaufen. Nur wer den Umsatz kennt, weiß, ob aus 100 € Bonus ein Freibetrag wird oder eine Verpflichtung.

Nur Inhaber einer Erlaubnis dürfen überhaupt werben (§ 5 Abs. 7). Für Sportwetten gelten dabei eigene Regeln: kein Werbespot für ein Ereignis unmittelbar vor oder während der Liveübertragung des Ereignisses auf demselben Sender, keine Werbung mit aktiven Sportlern oder Amtsträgern, keine Affiliate-Bezahlung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz (§ 5 Abs. 3, 6). Die 06:00- bis 21:00-Uhr-Sperre des § 5 Abs. 3 Satz 1 betrifft Slotspiele, Onlinepoker und Onlinecasino – nicht die Sportwette. Für einen Werbespot zum Super Bowl am späten Abend gilt sie damit gerade nicht; für Werbung in der Halbzeit des Spiels, auf das er sich bezieht, gilt das Übertragungsverbot sehr wohl.

Die Spielregeln des Anbietermarktes

Deutschland hat sich für ein System entschieden, in dem nicht die Zahl der Anbieter begrenzt wird, sondern die Zahl der Domains, die operieren dürfen. Die GGL führt auf der Whitelist 30 Einträge mit 27 Sportwetten-Erlaubnissen. Darunter sind große internationale Marken, eine frühere Monopolmarke der Länder und mehrere Anbieter, die nur in Deutschland aktiv sind.

Was den Vergleich interessant macht: Die Erlaubnis sagt nichts über die Sportart. Kein Eintrag hat eine Football-Erlaubnis, weil es sie nicht gibt – eine Sportwetten-Erlaubnis erlaubt die Sportwetten, eine Definition der Sportart existiert nicht. Der Unterschied zwischen zwei lizenzierten Anbietern liegt deshalb nicht in der Erlaubnis, sondern in der Bandbreite ihrer Märkte, der Tiefe ihrer Live-Angebote, ihren Auszahlungsregeln und der Frage, wie viel sie auf ein Footballspiel überhaupt stellen.

Die Deutschlandtabelle unten fasst zusammen, was die Whitelist zum Stand vom 2. Oktober 2026 zu den zehn Anbietern dieses Vergleichs sagt. Sie nennt den Inhaber der Erlaubnis und das Erstdatum; die Whitelist führt kein Enddatum.

Anbieter Whitelist-Eintrag und Inhaber der Erlaubnis Sportwetten-Erlaubnis seit
bet365 ja – Hillside (Europe) ENC 09.10.2020
NEO.bet ja – Greenvest Betting Limited 09.10.2020
Bet3000 ja – I.B.C. Sportsbetting Limited 22.04.2026
Sportwetten.de ja – NetX Betting Limited 19.11.2020
Betano ja – Betkick Sportsbetting Limited 19.02.2021
DAZN Bet ja – DZBT Operations Limited 22.08.2023
bpremium ja – Ladbrokes (Deutschland) Limited 09.10.2020
bet-at-home ja – Bet-at-home.com Internet Limited 02.11.2020
ODDSET ja – Oddset Sportwetten GmbH 18.11.2020
Tiptorro ja – Torro Tec Limited 30.06.2021

Die Spalte „Erlaubnis seit“ erzählt mehr, als sie auf den ersten Blick verrät. Vier der zehn Anbieter haben ihr Erstdatum am 9. oder 18. November 2020 – der ersten Welle von Erlaubnissen nach Inkrafttreten des GlüStV 2021. Bet3000 steht mit dem 22. April 2026 in einer ganz anderen Reihe: Das ist ein späterer Markteintritt, und ein so junger Eintrag bedeutet, dass der Anbieter die Whitelist-Prozedur komplett durchlaufen hat, während der Markt schon besetzt war. Für einen Vergleich heißt das: Die alten zehn sind nicht besser, sie sind länger geprüft. Wichtiger als das Alter ist, ob der Veranstalter dieselbe Domain führt, auf der man wetten will. Eine Erlaubnis für eine Domain erlaubt keine andere.

Wer das selbst prüfen will, sucht auf der Whitelist nach der Domain, auf der er spielen möchte, und sieht dort den Namen des Halters. Steht der Domainname nicht in der Liste, ist der Anbieter in Deutschland nicht erlaubt, egal welche Marke auf der Startseite leuchtet. Die GGL hat am 17. September 2026 ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten „wie etwa Platincasino“ gewarnt.

Zehn Anbieter mit deutscher Erlaubnis im Detail

Die Reihenfolge unten ist die des Vergleichs. Jeder Eintrag beginnt mit dem, was den Anbieter unterscheidet, und endet mit dem, was er für wen taugt.

bet365 – der Anbieter mit der längsten Whitelist-Historie

Hinter bet365 steht auf der Whitelist die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta. Die Sportwetten-Erlaubnis ist seit dem 9. Oktober 2020 verzeichnet, eine Folgeerlaubnis folgte am 27. Dezember 2022 (Whitelist-Stand 2. Oktober 2026). Ein Enddatum führt die Liste nicht.

Das Erstdatum macht bet365 zum Anbieter mit einer der längsten Präsenzen im regulierten deutschen Markt überhaupt – länger als die meisten heute sichtbaren Marken, weil die Liste im Oktober 2020 begann. Was daraus folgt, ist keine Qualitätsaussage über das Produkt. Es ist eine Aussage über die Stabilität der Domain: Wer seit sechs Jahren unter derselben Adresse in derselben Liste steht, hat Kontinuität, und Kontinuität ist bei einer Wette auf ein Spiel im Februar nicht wenig wert. Prüfen sollte man trotzdem den aktuellen Stand, nicht den vergangenen.

NEO.bet – die Erlaubnis, die schon vor der Folgeerlaubnis bestand

Für NEO.bet ist die Greenvest Betting Limited als Betreiberin geführt, mit Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22. Dezember 2022. Auch hier nennt die Whitelist kein Enddatum.

Die Daten zeigen den Anbieter in derselben Gruppe wie mehrere Marktbegleiter: erste Erlaubnis im Oktober 2020, Folgeerlaubnis Ende 2022. Das ist der Standardweg für Anbieter, die vor dem GlüStV 2021 einen Antrag gestellt haben. Interessant für den Vergleich ist nicht das Erstdatum, sondern die Erlöschung im Jahr 2025. Eine Erlaubnis, die fünf Jahre läuft und 2020 erteilt wurde, wird 2025 neu erteilt oder verlängert – und die Whitelist dokumentiert diesen Vorgang mit einem neuen Datum, nicht mit einer Lücke. Wer Anfang 2027 prüft, sieht ein anderes Datum, ohne dass der Anbieter gewechselt hätte.

Bet3000 – der jüngste Eintrag im Vergleich

Als Veranstalter der Sportwetten unter Bet3000 führt die GGL die I.B.C. Sportsbetting Limited, Sliema, Malta. Die Erlaubnis für Bet3000.de ist mit dem Erstdatum 22. April 2026 verzeichnet. Eine Folgeerlaubnis nennt die Liste für diesen Eintrag nicht.

Ein halbes Jahr Marktpräsenz unter deutscher Erlaubnis ist so kurz, dass es zwei Dinge gleichzeitig bedeutet. Erstens: Der Anbieter hat die Whitelist-Prozedur vollständig durchlaufen und steht nicht am Rand. Zweitens: Es gibt in dieser Liste kein Folgeerlaubnis-Datum, weil noch keines fällig war. Für Football-Wettende ist das relevant, wenn sie einen Anbieter länger nutzen wollen – ein Halter, der noch keine zweite Prüfung hinter sich hat, ist nicht unsicher, aber jünger.

Sportwetten.de – die Marke, die schon im Namen trägt, was sie anbietet

In der GGL-Übersicht ist für Sportwetten.de die NetX Betting Limited, Birkirkara, Malta, geführt. Die Sportwetten-Erlaubnis ist seit dem 19. November 2020 verzeichnet, eine Folgeerlaubnis folgte am 16. Dezember 2022.

Der Name ist Programm, und das ist hier kein Marketing: Die Marke positioniert sich als reiner Sportwetten-Anbieter. Für einen Football-Vergleich ist das ein Hinweis darauf, wo der Schwerpunkt des Sportwettprogramms liegt. Ob die Bandbreite einzelner Märkte damit besser ist als bei einem Anbieter mit Casino im Portfolio, steht nicht in der Whitelist und lässt sich nur im eigenen Wettprogramm prüfen.

Betano – Bet Builder, Cash Out und Live-Streaming im App-Portfolio

Auf der Whitelist ist für Betano die Betkick Sportsbetting Limited geführt, mit Sportwetten-Erlaubnis seit dem 19. Februar 2021 und einer Folgeerlaubnis vom 16. Dezember 2022. Die App „Betano Sportwetten und Slots“ wird im Apple App Store von der KAIZEN GAMING INTERNATIONAL LIMITED angeboten; die Entwicklerbeschreibung nennt Bet Builder – das Kombinieren mehrerer Märkte eines Spiels –, Cash Out und Live-Streaming unter anderem von LaLiga, FA Cup, Tennis-Grand-Slams, NBA, EuroLeague und NFL.

Nur wenige Anbieter im deutschen Markt nennen eine so große Bandbreite an Live-Funktionen in einer Beschreibung, und die NFL steht ausdrücklich in der Aufzählung. Bet Builder und Cash Out sind Merkmale des Anbieters, keine gesetzlichen Einrichtungen – die GGL regelt Cash Out nicht. Was die Aufzählung nicht sagt, ist, welche Märkte beim Football tatsächlich im Programm stehen: Live-Streaming ist nicht gleich Live-Wette, weil § 21 Abs. 4 GlüStV die Märkte während eines laufenden Spiels begrenzt. Die Streamingliste ist für den, der Football schauen will, attraktiv; für den, der während des Spiels handeln will, ist sie kein Versprechen.

DAZN Bet – Sportjournalismus als Anker, Whitelist als Fundament

Die DZBT Operations Limited, Veranstalterin der Sportwetten unter DAZN Bet, sitzt in Zebbug, Malta; die GGL verzeichnet die Sportwetten-Erlaubnis seit dem 22. August 2023. Ein Enddatum führt die Liste nicht.

Der Verbund mit einem Streaming- und Sportmedienangebot ist der eigentliche Unterschied dieses Anbieters, und er verändert, wie ein Footballabend aussieht: Man liest und sieht, worauf man wettet, im gleichen Programm. Für den Vergleich mit Betano ist das weniger ein Kriterium als eine Geschmacksfrage – ein Livestream erklärt ein Spiel, er verbessert keine Quote. Was die Erlaubnis angeht, liegt DAZN Bet im Mittelfeld der Liste: später Markteintritt, aber nicht der späteste.

bpremium – die deutschen Geschäftsbedingungen als Vergleichsgrundlage

Betreiberin von bpremium ist die Ladbrokes (Deutschland) Ltd, Gzira, Malta, geführt unter der Registernummer C92799; die Nutzungsbedingungen tragen die Fassung vom 3. April 2023. Die Whitelist führt die Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020, mit Folgeerlaubnis vom 21. Dezember 2022.

Ein ovaler Lederball mit heller Schnürung liegt auf dem Rasen vor der Endzone, Tau auf dem Gras im ersten Morgenlicht.
Im American Football zählt ein Touchdown 6 Punkte, der Extrapunkt (PAT) 1, die Two-Point-Conversion 2, ein Field Goal 3 und eine Safety 2 Punkte.

Ein Anbieter, der seine Nutzungsbedingungen in einer klar datierten Fassung veröffentlicht, macht dem Wettkunden eine Prüfung leicht: Ob Mindestquote, Auszahlungsdauer oder Bonusbedingungen – man weiß, welche Fassung gilt. Das ist bei Footballwetten nützlich, weil ein großer Teil der Fragen – wann wird eine Wette storniert, wann wird sie nach dem offiziellen Ende ausgezahlt – nicht in der Whitelist steht, sondern im Regelwerk. Die Whitelist sagt nur, dass der Anbieter spielen darf.

bet-at-home – Sportwetten und virtuelle Automatenspiele in zwei Erlaubnissen

Für bet-at-home ist die Bet-at-home.com Internet Limited als Betreiberin geführt, mit Sportwetten-Erlaubnis seit dem 2. November 2020, einer Folgeerlaubnis vom 22. Dezember 2022 sowie einer Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 28. Dezember 2022.

Zwei Erlaubnisse, zwei Regelwerke – die Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele ist keine Aussage über das Sportwettprogramm und umgekehrt. Wer auf der Footballseite unterwegs ist, sollte den Wechsel in die Casino-Umgebung als eigenen Bereich begreifen: Andere Einsatzgrenzen, andere Risikologik, ein anderes Limit. Für den Vergleich zählt hier vor allem, dass beide Bereiche sauber beieinanderstehen. Wer Football wetten will, sollte das wissen: Das Einzahlungslimit gilt über alle Anbieter hinweg, aber der Einzahlungsbetrag für Sportwetten und der für Automatenspiele sind nicht dasselbe Budget.

ODDSET – die Länder-Marke mit stationärer Geschichte

Der ODDSET Sportwetten GmbH wurde vom Regierungspräsidium Darmstadt mit Bescheid vom 15. Dezember 2022 die Erlaubnis für Sportwetten im Internet und im stationären Vertrieb erteilt. Aufsichtsbehörde ist die GGL, Hansering 15, Halle (Saale). Die Whitelist führt den Eintrag mit dem Erstdatum 18. November 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 15. Dezember 2022.

Der Unterschied zu allen anderen Anbietern der Liste ist die stationäre Erlaubnis: ODDSET ist die Marke, die man im Laden kennt. Für den Vergleich heißt das, dass ein Kunde hier dieselbe Marke online und vor Ort findet – ein Argument für die, die einen Ansprechpartner gegenüber einem Formular vorziehen. Bei Football ist die stationäre Präsenz kein Vorteil an sich; die Quoten kommen aus demselben System, ob sie auf dem Bildschirm oder am Schalter stehen.

Tiptorro – eine App mit behördlicher Aufsicht als Selbstbeschreibung

Die Tiptorro-App wird im App Store von der Torro Tec Limited (Malta) angeboten; diese beschreibt sich als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der GGL. Die Whitelist führt für Tiptorro die Torro Tec Limited mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 30. Juni 2021 und einer Folgeerlaubnis vom 27. Dezember 2022.

Dass ein Anbieter seine Aufsicht selbst als Merkmal nennt, ist bei einer Marke ohne Ladennetz nachvollziehbar: Es gibt keinen Schalter, an dem man die Zulassung sieht. Für Football-Wettende, die zum ersten Mal bei einem Anbieter spielen, ist genau das die relevante Information – ein Anbieter mit jüngerer Erlaubnis, aber reguliertem Status, unterscheidet sich von einem Offshore-Anbieter weniger in der Quote als in der Frage, an wen man sich bei Problemen wendet. Diesen Weg gibt es bei einem nicht erlaubten Anbieter nicht.

Tipwin und Winamax – warum sie in diesem Vergleich fehlen

Zwei Marken tauchen im deutschen Sportwettenmarkt regelmäßig auf und stehen in diesem Vergleich nicht. Tipwin ist Premium Partner des Deutschen Basketball Bundes; die Partnerschaft wurde bis zum 31. Dezember 2026 verlängert und läuft damit mindestens drei weitere Jahre. Diese Sichtbarkeit sagt nichts über eine Erlaubnis für Sportwetten auf Football bei einem bestimmten Domainnamen. Ein Sponsoring ist keine Whitelist.

Winamax bewirbt sich im Footer seiner Website mit „0 % Wettsteuer und die besten Quoten“. Die Aussage verweist auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball vom 1. April bis 30. August 2025, nach der Winamax bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins lag. Die Studie umfasst kein einziges Footballspiel. Ein Werbesatz, der mit einer Tennis- und Fußballstudie belegt wird, ist für eine Wette auf ein NFL-Spiel kein Beleg – und „beste Quoten“ sind ohnehin ein Marktzeitpunkt, keine Eigenschaft, weil Quoten sich ändern.

Der Schutz vor dem Verlust, bevor das erste Spiel läuft

Wer zum ersten Mal auf Football wettet, kommt in der Regel über ein Bonusangebot. Der Weg dorthin führt über eine Verifizierung, und die gehört zu den Regeln, die den deutschen Markt von einem Offshore-Anbieter unterscheiden.

Die Teilnahme ist ab 18 Jahren erlaubt (§ 4 Abs. 3). Pro Anbieter ist ein Konto vorgesehen, mit vollständiger Verifizierung (§ 6a); vor der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang spielen lassen, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Wer bei einem zweiten Anbieter eine Footballwette platzieren will, legt dort ein zweites verifiziertes Konto an – dasselbe Konto bei zwei Marken gibt es nicht.

Das Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 liegt standardmäßig bei 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg und wird über die LUGAS Limitdatei durchgesetzt. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, darf für einen einzelnen Spieler ein höheres Limit setzen – bis 10.000 €, für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler 10.000 bis 30.000 € –, aber nur bei nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit; eine Eigenerklärung genügt nicht. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen. Paralleles Spielen ist nach § 6h GlüStV über die Aktivitätsdatei unzulässig.

OASIS, Panikbutton und der eigene Kontoname

OASIS nach §§ 8, 8a GlüStV ist das bundesweite Sperrsystem, das bei der Registrierung und beim Login abgefragt wird. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler einen Zeitraum nennt, ansonsten mindestens ein Jahr. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 löst eine sofortige 24-Stunden-Blockade aus.

Ein nicht erlaubter Anbieter ist weder mit OASIS noch mit LUGAS verbunden. Das ist der konkrete, spürbare Unterschied: Eine Selbstsperre, die man bei einem legalen Anbieter eingerichtet hat, wirkt dort nicht. Der Weg zu einem nicht erlaubten Anbieter bleibt offen, auch wenn man sich selbst gesperrt hat.

Zahlungen sind nach § 6b Abs. 4 GlüStV nur von einem Zahlungskonto im eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut erlaubt. Anonyme Zahlungsmittel sind ausgeschlossen. Das ist der Mechanismus, der Krypto und anonyme Prepaid-Karten aus dem erlaubten deutschen Sportwetten heraushält. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist seine eigene Sache und steht nur in seinen Bedingungen.

Spielergelder liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6-7).

Warum ein ohne Erlaubnis angebotener Dienst teuer wird

Ein Sportwettenangebot für Menschen in Deutschland ohne deutsche Erlaubnis ist unerlaubtes Glücksspiel (§ 4 Abs. 1 GlüStV). Die GGL warnt Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten. Der Strafrahmen: Veranstalten nach § 284 StGB bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe, Werbung bis zu einem Jahr, Teilnahme nach § 285 StGB bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe. Verfolgungen einzelner Spieler sind nicht belegt – daraus folgt weder ein Freibrief noch ein Grund zur Dramatisierung.

Zivilgerichte haben in mehreren Fällen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung von Einsätzen verurteilt, und die Frage ging vom Bundesgerichtshof an den Europäischen Gerichtshof. Der BGH legte dem EuGH am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vor, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. EuGH-Generalanwalt Nicholas Emiliou hält es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24, Tipico) grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten; eine Ausnahme sieht er, wenn Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Zugesprochen ist damit nichts. Kein Wettender hat einen Anspruch auf Rückzahlung, nur weil ein Verfahren läuft – und wer heute bei einem nicht erlaubten Anbieter verliert, wartet auf ein Urteil, das noch nicht da ist.

Die Durchsetzung läuft über Untersagungsverfügungen, Zahlungs- und Netzwerkblockaden (§ 9). Die nüchterne Gegenüberstellung: ohne Erlaubnis gibt es keine deutsche Aufsicht, kein OASIS und kein LUGAS, keinen deutschen Rechtsweg und keine zugesicherte Auszahlung – dafür sind höhere Limits möglich. Mit Whitelist gibt es Rechtssicherheit und Spielerschutz, dafür das Standardlimit von 1.000 €, eingeschränkte Live-Märkte, vollständige Verifizierung und Zahlungen nur vom eigenen Konto.

Was auf einen Neukunden zukommt, in welcher Reihenfolge

Der Weg zur ersten Footballwette hat eine feste Abfolge, und wer sie kennt, verliert nicht die halbe Nacht an Formalitäten. Erstens: Anbieter auf der Whitelist prüfen, und zwar die Domain, nicht die Marke. Zweitens: Konto anlegen und verifizieren, bevor der erste Einsatz geplant ist – vor der Verifizierung sind nur 72 Stunden und höchstens 100 € Einzahlung möglich, und Auszahlungen gibt es nicht. Drittens: das Einzahlungslimit im Blick behalten. Es gilt über alle Anbieter, ein zweites Konto bei einer zweiten Marke verdoppelt es nicht. Viertens: Bonusbedingungen lesen, bevor der Bonus angenommen wird. Fünftens: die Wette platzieren, und zwar zu einem Zeitpunkt, an dem man selbst entschieden hat, nicht an dem das Spiel es verlangt.

Der letzte Punkt ist der wichtigste und der am einfachsten zu vergessen. Football läuft nachts, die Spiele liegen vier Stunden vor dem deutschen Frühstück, und die Versuchung, um drei Uhr morgens auf einen laufenden Zwischenstand zu reagieren, ist größer als bei einem Samstagsspiel um 15:30 Uhr. Die Regeln für Live-Wetten sind eng, aber sie schützen nicht davor, einen Einsatz zu erhöhen, weil ein Ball verloren ging. Das tut nur eine Entscheidung, die vorher gefallen ist.

Und eine letzte Rechnung, die man vorher anstellt: Der Bonus, den man annimmt, ist erst dann ein Geschenk, wenn der Umsatz erfüllt ist. Der Betrag, der in der Werbung steht, ist nicht der Betrag, der ankommt.

Häufige Fragen zu Online-Wetten auf American Football

Wie wettet man auf American Football bei einem lizenzierten Anbieter in Deutschland?

Man prüft zuerst, ob die Domain des Anbieters auf der GGL-Whitelist steht, denn nur eine Sportwetten-Erlaubnis für genau diese Domain erlaubt Wetten auf NFL- oder College-Spiele. Danach folgen Konto, Verifizierung, Zahlung vom eigenen Konto. Wetten lassen sich als Einzel- oder Kombiwette platzieren; ein unentschiedenes Spiel ist ausgeschlossen, weil die Liga verlängert.

Welche Wettarten gibt es beim American Football, etwa Sieger, Handicap oder Über/Unter bei den Punkten?

Erlaubt sind Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts sowie auf Ereignisse innerhalb des Geschehens. Typisch sind Sieger nach Verlängerung – es gibt kein Unentschieden –, Handicap in Punkten und Über/Unter auf die Gesamtpunkte. Kombinationen aus mehreren Märkten sind möglich, aber nur bei zugelassenen Wettarten.

Welche Livewetten sind auf American Football in Deutschland erlaubt?

Während eines laufenden Ereignisses sind nach § 21 Abs. 4 GlüStV nur Wetten auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente in Sportarten mit seltenen Ereignissen zulässig. Der nächste Korb im Basketball ist ausdrücklich ausgenommen. Im Football ist deshalb nur ein Ausschnitt dessen verfügbar, was US-Übertragungen einblenden.

Wie wird aus Einsatz und Quote ein möglicher Gewinn berechnet, und was bedeutet die Marge des Anbieters?

Der mögliche Rückfluss ist Einsatz mal Quote, der Nettogewinn Einsatz mal Quote minus eins. Die Marge ist der Rest des Quotenschlüssels: In einem illustrativen Zwei-Wege-Markt mit 1,90 und 1,90 trägt das Paar 90,26 % aus, die Marge liegt bei 9,74 %. Sie steckt in jeder Quote und wird nicht extra berechnet.

Wirkt sich die Sportwettensteuer von 5,3 % auf die Quote oder den Auszahlungsbetrag aus?

Die Steuer betrifft den Veranstalter, nicht den Wettenden: Schuldner ist nach § 19 RennwLottG der Veranstalter der Wette. Bemessungsgrundlage sind 5,3 % des Betrags „Einsatz, vermindert um die Steuer selbst“, also rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Ob und wie er sie an den Kunden weitergibt, entscheidet jeder Anbieter nach seinen eigenen Bedingungen.

Inhalt erstellt vom Team «Systemwettentippsde.com»